Der sechste Akustikabend
Um 20:12 Uhr wird es dunkel in der Aula des Gymnasiums Worbis. Man hört Stimmen, vernimmt leises Flüstern: „Die Menschen sagen, es gibt nichts Gutes mehr in dieser Welt.“ und dann: „Schau in die Welt!“ - der Schlüssel(satz) - Leitmotiv und thematischer Rahmen des sechsten Akustikabends: „Schau in die Welt!“ Auf eine Leinwand projiziert, erscheinen Bilder einer Meeresbrandung. Möwen gleiten lautlos im Wind, untermalt von klassischer Musik Arvo Pärts. Dies ist das Intro, das kurz danach mit dem Klavierstück von Sven Tasch „La Mer“ seinen Abschluss findet. Über 380 Zuschauer in der total überfüllten Aula hören gespannt zu. Der sechste Akustikabend beginnt.
Nach dem Vorspiel betreten „Shapes of Akustika“ die Bühne. Lydia Schäfers Rockband kann auch leise Töne anschlagen und ist nun schon seit über vier Jahren beim Akustikabend mit dabei. Sie spielen den Song „Try“ und „unnamed“ in einer Akustikfassung. Sängerin Lydia weiß mit ihrer Stimme das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Noch dazu wird die Band immer wieder in neues Licht getaucht. Denn: Nicht nur das Thema des Akustikabends hat sich in diesem Jahr geändert. Mit den Lichtinstallationen Miriam Burgharts (Hildesheim) konnte ein weiteres neues Element die Abendveranstaltung bereichern. Die gesamte Aula erscheint in einem stimmigen Licht- und Farbenmeer versunken. Jede musikalische Darbietung erhält ihr eigenes Lichtgewand – produziert Atmosphäre und Gänsehaut
Anja Klippstein stellt danach ihren Song „So weit“ vor. Sie tut dies ersatzweise mit Franziska Schürmann, die in letzter Minute eingesprungen ist. Der Song erzählt vom Weg des Lebens. Applaus belohnt die Musikerinnen.
Auch in diesem Jahr darf die Lebenshilfe Worbis nicht fehlen. Im letzten Jahr mit der Rhythmusgruppe anwesend, stellt man dieses Mal mit der Vocalgruppe die Titel „Lebenshilfe sind wir“ und „Ingo“ vor. Letzterer berichtet von einem menschlichen Schicksal und der Meisterung dessen, über harte Kämpfe. Das Lied beruht auf einer wahren Begebenheit. Unterstützt wird die Lebenshilfe von Franziska Hose –Weidemann am Keyboard und Waltraut Stadermann an der Querflöte.
Zum ersten Mal beim Akustikabend dabei, jedoch nicht unbekannt, ist die Band „Heatfactory“. Die siebenköpfige Besetzung ist bekannt für ihre tanzbare Mischung aus Jazz, Blues, Ska und Rock'n Roll, die Besucherherzen höher schlagen lässt und Besucherbeine zum wippen bringt. Auch wenn das Tanzen auf den Aula-Stühlen schwer fällt, lässt sich doch der ein oder andere von den Songs „Untouchable“ und „J. Bond“ in Bewegung versetzen.
Nach diesem Auftritt ist der erste Teil des Abends beendet und Heatfactory-Sängerin Lorenza Wand (außerdem noch: Vorstand art.tack global e.V.) lädt in die Pause ein.
In dieser haben die Besucher des Abends die Möglichkeit eine kleine Ausstellung über das Thema „Schau in die Welt! -Weltsichten“ näher kennen zu lernen. Verschlossene Kartons erwecken Neugierde zum „Hineinschauen“. Die Inhalte regen zu Reflexionen über die Welt und den eigenen Platz in dieser an. Eine Weltkarte ist zu sehen, die beim Weltjugendtag 2005 von Jugendlichen aus aller Welt gestaltet wurde. Für Getränke ist auch gesorgt. Außerdem gibt es die „Best of Akustikabend-CD“ zu kaufen. Deren Produktion wurde komplett von Sponsoren finanziert. Dadurch konnten 100% jeder verkauften CD mit in den Spendentopf für Schwester Benedikta wandern, deren Arbeit in Äthiopien auch in diesem Jahr finanzielle Unterstützung erfahren sollte. Nach eine halben Stunde ist die Pause vorbei und die Zuschauer sitzen wieder gespannt auf ihren Plätzen.
Die ersten Akteure auf der Bühne nach der Pause sind „Dani und Roby“ - auch bekannt als Daniel Diegmann (Vorstandsvorsitzender vom art.tack global e.V.) und Robert Fiedler (Gittarist bei Ravendark). Beide sind (Halb)Götter an der Akustikgitarre und schon lange bei der Formation Diekenstiek tätig. Mit ihrer frischen Art bringen sie den einen oder anderen Zuschauer zum Lächeln, oder auch zum Stauen aufgrund ihrer Spielweise. Die Songs tragen den Namen „1922“ und „Beyond Babylon“
Der am weitesten gereiste Gast an diesem Akustikabend ist Andrè Kühn aus Dresden. Er gibt mit Lorenza Wand und Band den Song „Where the wild roses grow“ zum Besten. Lorenza und Andrè, ein Paar, das diesem Song mehr als gerecht wurde. Mit ihren Samtstimmen versetzen sie die Aula in Verzückung und werden mit kräftigem Applaus belohnt.
Kurz danach macht sich die Band „haltbar bis“ bereit. Zum zweiten Mal dabei und diesmal sogar in Originalbesetzung mit ihrem Sänger Barkley. Wer ihre Texte kennt, weiß um deren Amüsement-Faktor. „Im Bistro“ beschreibt eine verfahrene Situation an denen zwei Menschen am gleichen, aber falschen Ort sind - sich aber doch finden. Mit „Wer wird denn weinen, Mädchen“ beschreibt Barkley, wie schnell ein Mädchen doch aus dem Leben verschwinden kann, wenn ein anderer Mann auftaucht.
Nach „haltbar bis“ betritt nun endlich der Altmeister und Mitbegründer des Akustikabends: Johannes Vogt die Bühne. Wenn er am Piano sitzt, schmilzt schon das ein oder andere Frauenherz dahin. Diesmal stellt Johannes sich eine Herausforderung und improvisiert ein Musikstück komplett. Da dies zu seinen Spezialgebieten gehört, meistert er die Aufgabe mit Bravour.
Als nächstes wird ein Interview mit Schwester Benedikta gezeigt, das wir im Sommer diesen Jahres aufgezeichnet hatten. Sie erklärt darin die Arbeit ihres Ordens und regt die Besucher zum Nachdenken an – auch über die Spendenphilosophie der Menschen in den reichen Ländern. (Ich glaube dieses Interview ging den Zuschauenden sehr nahe und bewegte viele von ihnen.) Kurz danach wird noch einmal die „Best of Akustikabend-CD“ präsentiert und schon geht es weiter im Programm.
Den Abschluss des sechsten Akustikabends macht Claudia Ziegenfuß. Die Sängerin ist schon eine bekannte Größe und viele Besucher warten gespannt auf ihre diesjährige Darbietung. Claudia singt den Song „All alone“ und erreicht damit auch den Letzten in der Aula. Zum Finale kommt ein Großteil der Musiker noch einmal auf die Bühne, um zusammen das Stück abzuschließen. Dieses wird mit rasendem Beifall belohnt.
Die Zugabe wird von André Kühn und Sven Tasch gegeben. Sie tragen den Song Jeff Buckleys: „Hallejulia“ vor. Der sechste Akustikabend endet mit gemeinsamem Singen und großartigem Beifall. Auch in diesem Jahr gibt es fast ausschließlich positive Resonacen. Es kommt eine Spendensumme von 1800 € zusammen, die an Schwester Benedikta weitegeleitet werden kann.
Ein großes Dankeschön geht wie immer an die Vielzahl von Helfern, ohne die dieser Akustikabend nicht möglich gewesen wäre. An Miriam Burghard für das Licht, an Herrn Kullmann und das staatliche Gymnasium Marie Curie und natürlich an den Verein art.tack global. Bis zum nächsten Jahr und bleiben sie gesund.
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